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Kommentar zum Schulstandort Holt
Nur gemeinsame Anstrengungen können den Schulstandort sichern

SSP_Archiv

Juli 2019

Eine Grundschule ist ein wichtiger Bestandteil einer Dorfgemeinschaft und es ist wichtig und sinnvoll sie zu erhalten.
Deshalb hatten sich auch Rat und Verwaltung mehrfach dafür ausgesprochen, obwohl ein separater Schulstandort auch erhebliche zusätzliche Kosten verursacht.
Der Erhalt eines Standortes darf allerdings nicht zu einer deutlichen dauerhaften Belastung für die anderen Standorte führen. Klassen unterhalb der Mindestgröße in Holt führen automatisch zu überfüllten Klassen an den anderen Standorten, erst recht wenn nicht alle Lehrerstellen besetzt werden können.

Deshalb haben wir schon vor Jahren gefordert, dass alle Betroffenen sich auf klare und nachvollziehbare Kriterien einigen für den Erhalt des Schulstandortes. Das wichtigste Kriterium ist dabei die Mindestgröße für die einzelnen Klassen und die gesamte Schule. Holt kann nicht dauerhaft diese Schule mit eigenen Kindern sicher stellen, das gelingt nur einzelnen Jahrgängen, zwischendurch fehlen Schüler. Verwaltung, Rat, Schule und die Dorfgemeinschaft müssen also nach Wegen suchen, die notwendige Schülerzahl für das Fortbestehen der Schule sicher zu stellen.

Das kann eine Profilierung sein, ein besonderes Projekt, wie es die Heronger Schule mit ‚Jedem Kind ein Instrument‘ geschafft hat, das kann auch der Versuch sein, in Bereichen Straelens, die ähnlich weit von den Schulstandorten entfernt sind, für den Holter Standort zu werben. Dazu muss die Verwaltung z.B. den Schulbusverkehr sicher stellen.
Eine möglicher Teil einer Profilierung wäre beispielsweise ein Projekt ‚reitende Schule‘. Der sehr aktive Reitverein und viele reitende Einwohner in Auwel-Holt könnten zum Partner werden und etwas Besonderes entstehen lassen.

Die immer wieder angeführte Überlegung, dass die Schule durch neue Bebauung stabilisiert werden kann ist illusorisch. Mindestens 250 neue Einwohner wären notwendig um auch nur die Mindestgröße der Schule einigermaßen sicher zu stellen.

Leider ist von Bemühungen, die Schule für Schüler außerhalb des Einzugsbereichs attraktiver zu machen, bisher wenig zu erkennen. So musste der Schulleiter jetzt die Reißleine ziehen und eine nur halb gefüllte Klasse nach Straelen verlegen, nachdem er vorher Verwaltung und Rat um Unterstüzung gebeten hatte aber keine Reaktion erkennbar war.
Darauf mit Beschimpfungen, Drohungen und Rechtsanwälten zu reagieren bringt niemanden weiter.

Auch das Argument, ohne Schule stirbt das Dorf ist nicht zwingend richtig. Dass eine Dorfgemeinschaft auch ohne Schule weiterlebt, beweist z.B. Broekhuysen. Es gibt schon seit vielen Jahren keine Schule mehr vor Ort, aber viele Vereine mit lebendigem Vereinsleben. Der Sportverein braucht den Vergleich mit Auwel-Holt sicher nicht zu scheuen. Es gibt einen Kindergarten, einen St.-Martinszug, Schützenbruderschaften, eine Kneipe, Kirche und Friedhof!

Der Schulstandort Holt kann nur erhalten werden, wenn eine ausreichende Zahl Schüler diese Schule besuchen, das erfordert Ideen und Arbeit von allen Beteiligten! Wohlfeile Solidaritätsadressen ohne Handlungen, wie sie von der CDU kommen, helfen keinen Schritt weiter.

Stefan Kemmerling